Splenisches Marginalzonenlymphom (SMZL)
Auf Basis der aktuellen Leitlinien und des aktuellen Forschungsstandes ergeben sich verschiedene diagnostische Empfehlungen für Patienten mit splenischem Marginalzonenlymphom (SMZL). Wir haben Ihnen die wichtigsten Infos zur Klassifikation und den diagnostischen Methoden am MLL zusammengefasst. Zudem haben wir weiterführende Links und Literatur zur Prognose und Therapie bei SMZL zusammengestellt, damit Sie sich tiefergehend informieren können.
- Methode:
- Antikoagulans:
- Empfehlung:
- Methode:Zytomorphologie
- Antikoagulans:EDTA
- Empfehlung:obligat
- Methode:Immunphänotypisierung
- Antikoagulans:EDTA oder Heparin
- Empfehlung:obligat
- Methode:Chromosomenanalyse
- Antikoagulans:Heparin
- Empfehlung:fakultativ
- Methode:FISH
- Antikoagulans:EDTA oder Heparin
- Empfehlung:fakultativ
- Methode:Molekulargenetik
- Antikoagulans:EDTA
- Empfehlung:fakultativ
Splenisches Marginalzonenlymphom: Klassifikation
Das splenische Marginalzonenlymphom (SMZL) gehört zur Gruppe der splenischen B-Zell-Lymphome und ist eine seltene reife B-Zellneoplasie mit indolentem klinischem Verlauf. Die Erkrankung tritt im Median in der 7. Lebensdekade auf und manifestiert sich in der Milz unter häufiger Beteiligung von Knochenmark und peripherem Blut. Die Milz zeigt normalerweise einen Befall sowohl der weißen als auch der roten Pulpa, wobei die weiße Pulpa typischerweise erweitert ist (WHO 2022). Die Gruppe der Marginalzonenlymphome macht unter den Non-Hodgkin-Lymphomen bis zu 9% aus (The non-Hodgkin's lymphoma classification project 1997). Die WHO unterscheidet innerhalb der splenischen B-Zell-Lymphome und Leukämien folgende Entitäten (WHO 2022):
- Haarzellleukämie (HZL)
- Splenisches Marginalzonenlymphom (SMZL)
- Splenisches diffus kleinzelliges B-Zell-Lymphom der roten Pulpa (SDRPL)
- Splenisches B-Zell-Lymphom/Leukämie mit prominenten Nucleoli (SBLPN)
Splenisches Marginalzonenlymphom: Diagnostische Methoden und ihre Bedeutung
Splenisches Marginalzonenlymphom: Prognose
Beim splenischen Marginalzonenlymphom handelt es sich um eine indolente Erkrankung mit meist guter Prognose und einem medianen Überleben von über 10 Jahren (WHO 2022). Allerdings findet bei 5-10% der Patienten eine Transformation in ein großzelliges B-Zell-Lymphom, v. a. in ein diffus großzelliges B-Zell-Lymphom statt (Xing et al. 2015). Die Prognose für Patienten mit einem transformierten SMZL ist ungünstig (Florindez et al. 2020, WHO 2022). Es hat sich noch kein prognostischer Score fest etabliert. Bestrebungen zur Risikostratifizierung gibt es seitens verschiedener Arbeitsgruppen (Arcaini et al. 2006, Montalbán et al. 2012, Kalpadakis et al. 2014, Montalban et al. 2014). Mutationen des TP53-Gens sowie Mutationen von NOTCH2 und KLF2 sind mit einer schlechteren Prognose bzw. einer früheren Behandlungsbedürftigkeit assoziiert (Parry et al. 2015, WHO 2022).
Splenisches Marginalzonenlymphom: Empfehlung und Therapie
Aktuelle Therapieparadigmen in der Erstlinie umfassen Watch-and-Wait bei asymptomatischen Patienten, Rituximab-Monotherapie sowie Chemoimmunotherapie (z.B. Bendamustin-Rituximab) (Lossos 2025, Smith 2025).
Im rezidivierten/refraktären Setting wurden kürzlich vielversprechende Fortschritte erzielt, einschließlich der Zulassung des kovalenten BTK-Inhibitors Zanubrutinib für Marginalzonenlymphome. Weitere neue Therapieansätze umfassen CAR-T-Zelltherapie, T-Zell-aktivierende bispezifische Antikörper sowie Antikörper-/Arzneimittelkonjugate, die erste vielversprechende Ergebnisse zeigen (Smith 2025).
Stand: Dezember 2025