Hochmalignes B-Zell-Lymphom (HGBL) mit Gen-Rearrangements

  • Methode:
  • Antikoagulans:
  • Empfehlung:
  • Methode:
    Zytomorphologie
  • Antikoagulans:
    EDTA
  • Empfehlung:
    obligat
  • Methode:
    Immunphänotypisierung
  • Antikoagulans:
    EDTA oder Heparin
  • Empfehlung:
    obligat
  • Methode:
    Chromosomenanalyse
  • Antikoagulans:
    Heparin
  • Empfehlung:
    fakultativ
  • Methode:
    FISH
  • Antikoagulans:
    EDTA oder Heparin
  • Empfehlung:
    obligat
  • Methode:
    Molekulargenetik
  • Antikoagulans:
    EDTA oder Heparin
  • Empfehlung:
    fakultativ

Hochmaligne B-Zell-Lymphome können wie folgt beschrieben und eingestuft werden: Diffus großzellige B-Zell-Lymphome (DLBCL) zeigen in etwa 11% ein MYC-Rearrangement, davon weisen 39% ein zusätzliches BCL2-, 15% ein BCL6-Rearrangement sowie 12% beide Rearrangements auf (Rosenwald et al. 2019) und werden als hochmaligne B-Zell-Lymphome mit MYC- und BCL2- und/oder BCL6-Rearrangements (HGBL) klassifiziert. Bei ca. 20% der Fälle entstehen diese durch Transformation aus einem follikulären Lymphom.

Hochmaligne B-Zell-Lymphome zeigen im Vergleich zu DLBCL bei Erstdiagnose häufiger ein fortgeschrittenes Stadium, extranodale und/oder ZNS-Beteiligung, B-Symptomatik, Leukozytose oder eine erhöhte LDH (Davis 2019).

Klassifikation bei hochmalignen B-Zell-Lymphomen

Der Begriff hochmalignes B-Zell-Lymphom (HGBL) wurde in der WHO-Klassifikation 2017 neu eingeführt (Swerdlow et al. 2017). Es werden zwei Subtypen unterschieden:

1. High Grade B-Zell Lymphom mit MYC- und BCL2- und/oder BCL6-Rearrangements, dabei handelt es sich mit Ausnahme von wenigen follikulären oder B-lymphoblastären Lymphomen mit diesen Aberrationen um Lymphome, welche ein 8q24/MYC-Rearrangement und ein 18q21/BCL2- und/oder ein 3q27/BCL6-Rearrangement aufweisen.

2. High Grade B-cell lymphoma not otherwise specified (HGBL, NOS), welche keine MYC- und BCL2- und/oder BCL6-Rearrangements haben. Sie weisen Charakteristika eines diffus großzelligen und eines Burkitt Lymphoms auf oder imponieren blastär, können jedoch histologisch nicht eindeutig einem diffus großzelligen Lymphom zugeordnet werden.

Früher wurden diese Lymphome als „double hit lymphoma“ bzw. „triple hit lymphoma“ bezeichnet. Diese Fälle zeigen eine variable Morphologie von DLBCL, Burkitt Lymphom und selten follikulären Lymphomen.

Der in der WHO-Klassifikation 2008 eingeführte Begriff der BCLU Lymphome (unklassifizierbares B-Zell Lymphom), welcher den Großteil der nun zur Kategorie der hochmalignen B-Zell-Lymphome gehörenden Fälle beinhaltete, soll nach der WHO-Klassifikation 2017 dagegen nicht weiter verwendet werden (Swerdlow et al. 2008, Swerdlow et al. 2017). Selten wurden auch „quadruple hit lymphomas“ (= multiple hit lymphomas) beschrieben, bei denen neben MYC/BCL2/BCL6 zudem ein CCND1-Rearrangement gefunden wird (Haberl et al. 2016). Diese werden in der WHO-Klassifikation 2017 allerdings nicht mit aufgeführt.

Diagnostische Methoden bei hochmalignen B-Zell-Lymphomen

Prognose bei hochmalignen B-Zell-Lymphomen

Beim hochmalignen B-Zell-Lymphom handelt es sich meist um aggressive Lymphome mit ungünstiger Prognose, da die BCL2- und/oder BCL6-Zusatz-Rearrangements einen unabhängigen, negativen prognostischen Faktor für das Überleben in den ersten zwei Jahren darstellen. Dabei gibt es prognostisch keinen Unterschied zwischen "double hit" (MYC/BCL2 oder MYC/BCL6) und "triple hit" (MYC/BCL2/BCL6) hochmalignen B-Zell-Lymphomen. Dagegen spielt der MYC-Rearrangierungspartner eine Rolle, da der negative Effekt nur bei einem MYC-IG-Rearrangement gezeigt werden konnte und bei einem nicht-IG MYC-Rearrangement das Überleben dem von klassischen DLBCL und/oder DLBCL mit alleinigem MYC-Rearrangement entspricht (Rosenwald et al. 2019). Zudem scheinen Patienten mit einer Morphologie ähnlich der DLBCL eine bessere Prognose als Patienten mit einer Burkitt-ähnlichen Morphologie zu besitzen.

Intensivere Therapien (z.B. mit EPOCH-R) führen zu einem längeren Progressions-freien Überleben (Petrich et al. 2014, Dunleavy el al. 2014). Auf Grund des hohen Anteils an ZNS-Beteiligung mit bis zu 45% sollte zudem eine ZNS-Prophylaxe in Erwägung gezogen werden (Friedberg 2017). Eine weitere Verbesserung der Prognose könnte durch die Verwendung von spezifischen Therapien, wie beispielsweise BCL2-Inhibitoren oder Inhibitoren der Bromodomain und extra-terminal Proteinfamilie (BET-Inhibitoren) erzielt werden. Auch der Einsatz von Anti-CD19 CAR-T Zellen zu einem frühen Zeitpunkt wie etwa dem ersten Rezidiv könnte die Prognose weiter verbessern (Wang et al. 2020).

Empfehlung bei hochmalignen B-Zell-Lymphomen

Wichtige Hinweise zum Untersuchungsmaterial bei HGBL

Stehen vergrößerte Lymphknoten klinisch im Vordergrund, sollte einer entnommen und histologisch sowie immunhistologisch aufgearbeitet werden. Da ein Knochenmarkbefall häufig vorkommt (59-94%), kann die Diagnose oft auch im Knochenmark gestellt werden. Zudem ist eine Liquoruntersuchung mittels Immunphänotypisierung zu empfehlen. Hierbei ist zu beachten, dass der Liquor möglichst am selben Tag innerhalb von vier Stunden untersucht wird, um einen validen Befund zu erhalten. Sollte ein derart rascher Versand nicht möglich sein, kann der Versand mit TransFix®-Röhrchen erfolgen, welche ein Agens enthalten, das die Oberflächenantigene für etwa 72 Stunden stabilisiert und die bei uns angefordert werden können.

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