Primäre Myelofibrose (PMF)

  • Methode:
  • Antikoagulans:
  • Empfehlung:
  • Methode:
    Zytomorphologie
  • Antikoagulans:
    EDTA
  • Empfehlung:
    obligat
  • Methode:
    Immunphänotypisierung
  • Antikoagulans:
    EDTA oder Heparin
  • Empfehlung:
    fakultativ
  • Methode:
    Chromosomenanalyse
  • Antikoagulans:
    Heparin
  • Empfehlung:
    obligat
  • Methode:
    FISH
  • Antikoagulans:
    EDTA oder Heparin
  • Empfehlung:
    fakultativ
  • Methode:
    Molekulargenetik
  • Antikoagulans:
    EDTA oder Heparin
  • Empfehlung:
    obligat

Die Primäre Myelofibrose (PMF) zählt zu den myeloproliferativen, BCR-ABL1-negativen Neoplasien. Sie ist durch eine dominierende Proliferation der Megakaryozyten und Granulozyten im Knochenmark charakterisiert und weist in fortgeschrittenem Stadium eine zunehmende Retikulin- und/oder Kollagenfibrose auf. Die Inzidenz der PMF liegt bei 0,5-1,5 / 100.000 pro Jahr und tritt überwiegend im Alter von 60-70 Jahren auf.

Primäre Myelofibrose - Klassifikation

Die Primäre Myelofibrose zählt gemäß WHO-Klassifikation 2017 zu den myeloproliferativen Neoplasien (MPN) und wird in ein frühes, präfibrotisches Stadium und ein fibrotisches Stadium unterteilt.


PMF WHO-Klassifikation 2017

Myeloproliferative Neoplasien (MPN)

Primäre Myelofibrose (PMF):

  • Präfibrotisches/frühes Stadium

  • Fibrotisches Stadium


Kriterien zur Diagnose der
Primären Myelofibrose

Gemäß der WHO-Klassifikation müssen alle 3 Hauptkriterien und mindestens 1 Nebenkriterium der Diagnosekriterien erfüllt sein, um die Diagnose einer Primären Myelofibrose (fibrotisches Stadium) zu stellen.

Hauptkriterien

  • Megakaryozytenproliferation und -atypie assoziiert mit Knochenmarkfibrose Grad 2-3 nach WHO
  • WHO-Kriterien für ET, PV, BCR-ABL1-positive CML, MDS oder andere myeloische Neoplasien nicht erfüllt
  • JAK2-, CALR-, oder  MPL-Mutation oder bei Abwesenheit dieser Mutationen, Nachweis eines anderen klonalen Markers*, oder Fehlen einer reaktiven Myelofibrose**

Nebenkriterien

Zutreffen von mind. 1 der folgenden Kriterien in 2 aufeinanderfolgenden Bestimmungen

  • Anämie, nicht assoziiert mit Komorbiditäten
  • Leukozytose ≥ 11 x 109/L
  • Tastbare Splenomegalie
  • LDH Erhöhung > Upper Limit of Normal (ULN) des laborspezifischen Referenzbereichs
  • Leukoerythroblastisches Blutbild

* z.B. ASXL1, EZH2, TET2, IDH1/IDH2, SRSF2, SF3B1
** Knochenmarkfibrose durch sekundäre Infektion, Autoimmunerkrankung oder andere chronisch entzündliche Erkrankungen, Haarzellleukämie oder andere lymphatische Neoplasien, metastasierte Tumorerkrankung oder toxische (chronische) Myelopathie

ca. 60%

der Patienten mit PMF haben eine JAK2 V617F-Mutation
(Onkopedia Leitlinie PMF)

Diagnostische Methoden bei Primärer Myelofibrose

Prognose bei Primärer Myelofibrose

Unter den BCR-ABL1-negativen myeloproliferativen Neoplasien weist die Primäre Myelofibrose den ungünstigsten Verlauf auf. Es besteht sowohl das Risiko der Progression der Erkrankung in das fibrotische Stadium, als auch das Risiko einer leukämischen Transformation. Während das mediane Gesamtüberleben bei circa 6 Jahren liegt (Tefferi et al. (4) 2014), sind die individuellen klinischen Verläufe sehr heterogen. Die Prognose wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die sich in klinische, zytogenetische und molekulargenetische Faktoren unterteilen lassen. Insbesondere für genetische Veränderungen ist die Beschreibung prognostisch relevanter Faktoren weiterhin Gegenstand der Forschung. Mit zunehmenden Kenntnisstand wurden sukzessive verschiedene prognostische Scoring-Systeme (~PSS) etabliert oder weiter entwickelt. Tabelle 2 gibt einen Überblick der veröffentlichten Risikostratifizierungssysteme und der darin berücksichtigten prognostischen Faktoren.

Tabelle 2: Prognostische Scoring-Systeme für die Primäre Myelofibrose und die darin berücksichtigten Risikofaktoren


Score

IPSS

DIPSSDIPSS Plus

GPSS

MIPSS

GIPSS

MIPSS70

MIPSS70+

MIPSS70+ Version 2.0

International Prognostic Scoring System

Dynamic International Prognostic Scoring System

Dynamic International Prognostic Scoring System Plus

Genetics-based Prognostic Scoring
System
Mutation-enhanced International Prognostic Scoring System

Genetically Inspired Prognostic Scoring System

Mutation - Enhanced International Prognostic Scoring System for Transplantation-age Patients

Karyotype enhanced MIPSS70

Mutation and Karyotype-enhanced International Prognostic Scoring System, Version 2.0

Referenz

Cervantes et al. 2009

Passamonti et al. 2010

Gangat et al. 2011

Tefferi et al. (5) 2014

Vannucchi et al. 2014

Tefferi et al. (3) 2018

Guglielmelli et al. 2018

Guglielmelli et al. 2018

Tefferi et al. (2) 2018

Berück-sichtigte prognost. Faktoren

klinisch

klinisch

klinisch

klinisch


klinisch

klinisch

klinisch


 

Karyotyp

Karyotyp

Karyotyp 


Karyotyp

Karyotyp

 


Mutationen

Mutationen

Mutationen

Mutationen

Mutationen

Mutationen

Prognoseberechnung bei Primärer Myelofibrose (PMF)

Für die Wahl des Therapiealgorithmus nach Leitlinie der DGHO wird die Berechnung der klinischen Scoring-Systeme IPSS bzw. DIPSS empfohlen (Onkopedia Leitlinie PMF 2018). Hier gelangen Sie zur Prognoseberechnung des DIPSS-Scores.

Die Berücksichtigung zytogenetischer und molekulargenetischer Faktoren würde für schätzungsweise 25% der Patienten, die nach IPSS/DIPSS-Einteilung der Niedrig- oder Intermediär-Gruppe zugeteilt werden, zur Re-Klassifikation in eine höhere Risikokategorie führen (Onkopedia Leitlinie PMF 2018). Für die Abwägung für oder gegen eine Stammzelltransplantation kann die Bestimmung genetischer Risikofaktoren daher von Nutzen sein (Kröger et al. 2015, Tefferi 2018).

Hier gelangen Sie zur Berechnung des DIPSS plus Scores, der ein zwei-stufiges zytogenetisches Risikomodell berücksichtigt. Ein verfeinertes drei-stufiges zytogenetisches Risikomodell sowie molekulargenetische Risikofaktoren sind in den Scoring-Systemen des GIPSS sowie des MIPSS70+ Version 2.0 integriert.

Empfehlung bei Primärer Myelofibrose

Neben der Erhebung klinischer und laborchemischer Parameter sind eine histologische und eine zytomorphologische Untersuchung des Knochenmarks und Blutes, eine zytogenetische Analyse sowie molekulargenetische Untersuchungen (JAK2 V617F-Mutation, wenn negativ, CALR, wenn negativ MPL) empfohlen. Gemäß der WHO Klassifikation 2017 sind bei Primärer Myelofibrose zusätzlich ggfs. weitere molekulargenetische Analysen zu ergänzen (ASXL1, EZH2, TET2, IDH1/IDH2, SRSF2, SF3B1).

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