Akute lymphatische
Leukämie (ALL)

Auf Basis der aktuellen Leitlinien und des aktuellen Forschungsstandes ergeben sich verschiedene diagnostische Empfehlungen für Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie. Wir haben Ihnen die wichtigsten Infos zur Klassifikation und den diagnostischen Methoden im MLL zusammengefasst. Zudem haben wir weiterführende Links und Literatur zur Prognose und Therapie bei ALL zusammengestellt.

  • Methode:
  • Antikoagulans:
  • Empfehlung:
  • Methode:
    Zytomorphologie
  • Antikoagulans:
    EDTA
  • Empfehlung:
    obligat
  • Methode:
    Immunphänotypisierung
  • Antikoagulans:
    EDTA oder Heparin
  • Empfehlung:
    obligat
  • Methode:
    Chromosomenanalyse
  • Antikoagulans:
    Heparin
  • Empfehlung:
    obligat
  • Methode:
    FISH
  • Antikoagulans:
    EDTA oder Heparin
  • Empfehlung:
    obligat
  • Methode:
    Molekulargenetik
  • Antikoagulans:
    EDTA
  • Empfehlung:
    obligat

ALL: Klassifikation

Nach der WHO-Klassifikation wird die ALL zusammen mit dem lymphoblastischen Lymphom (LBL) den lymphatischen Vorläufer-Neoplasien vom B- oder T-Zell-Typ zugeordnet. Die Bezeichnung ALL wird konventionell für Fälle verwendet, bei denen primär das periphere Blut und das Knochenmark betroffen sind, und die Bezeichnung LBL für Fälle bei denen primär Lymphknoten oder extranodale Stellen betroffen sind. Sind sowohl das Knochenmark als auch extramedulläre Organe/Stellen betroffen, wird die Unterscheidung arbiträr – viele Behandlungsprotokolle definieren jedoch eine Leukämie, wenn ein Anteil von >20-25% Blasten im Knochenmark vorhanden ist. Eine Einteilung in Subgruppen (Abb. 1) erfolgt primär nach zyto- und molekulargenetischen Kriterien (WHO 2022). Klinische Relevanz hat auch die immunphänotypische Klassifikation nach EGIL, an der sich die Einteilung der Risikogruppen der GMALL-Studiengruppe orientiert. Zudem sind die immunologischen Subtypen mit spezifischen klinischen und zytogenetischen Aberrationen assoziiert.

Abb. 1: Klassifikation der ALL nach WHO (WHO 2022) und GMALL/EGIL

Für die B-ALL (B-lymphoblastische Leukämie/Lymphome) und T-ALL (T-lymphoblastische Leukämie/Lymphome, NOS) gelten jeweils unterschiedliche diagnostische Empfehlungen. Deshalb haben wir diese im Folgenden getrennt für Sie zusammengefasst:

B-ALL: Diagnostische Methoden und ihre Bedeutung

T-ALL: Diagnostische Methoden und ihre Bedeutung

ALL: Prognose und Therapie

Die GMALL-Studie teilt die ALL in Standard- und Hochrisikogruppen unter Berücksichtigung folgender Faktoren ein: Leukozytenzahl, Immunphänotyp, späte CR, zyto-/molekulargenetische Aberrationen und MRD. Eine Übersicht hierzu finden Sie in der Onkopedia Leitlinie ALL. Eine Übersicht zum Therapiemanagement bietet zudem das European Leukemia Net (ELN) (Gökbuget et al. 2024 [2]).

Der MRD-Status während und nach Therapie beeinflusst das ereignisfreie Überleben und das Gesamtüberleben (Gökbuget et al. 2024 [2]). Die MRD ist ein hochsignifikanter Prognosefaktor und ermöglicht die frühzeitige Erkennung eines Rezidivs. Anhand ihr erfolgt die rasche Adaption der Therapiestrategie. Die Quantifizierung der MRD kann mittels Molekulargenetik oder Immunphänotypisierung durchgeführt werden.

NGS (next generation sequencing) -basierte MRD-Assays zeigen eine überlegene Sensitivität gegenüber der konventionellen Multiparameter-Durchflusszytometrie und können bei durchflusszytometrisch MRD-negativen Patienten noch residuale Erkrankung detektieren. Das Erreichen einer NGS-basierten MRD-Negativität korreliert stark mit verbessertem ereignisfreiem Überleben und Gesamtüberleben und ist hochprädiktiv für das Rezidivrisiko nach Stammzelltransplantation und CAR-T-Zell-Therapie (Stefan et al. 2025).

Die prognostische Bedeutung von MRD wird durch krankheitsbezogene Faktoren (zytomolekulares Risiko, Immunphänotyp) und assay-bezogene Parameter (Sensitivität, Probenmaterial, Messzeitpunkt) beeinflusst. Aktuelle Expertenpanels empfehlen daher, MRD-Informationen im Kontext dieser Faktoren in klinische Entscheidungsalgorithmen zur Therapiesteuerung zu integrieren (Short et al. 2025).

Aufgrund der Komplexität und Langwierigkeit sollte eine Therapie in einem hämatologischen Zentrum erfolgen. 

Stand: Dezember 2025

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