Bedeutung

Die Immunphänotypisierung ist ein zentraler Bestandteil der Diagnostik hämatologischer Neoplasien. Sie wird zur Sicherung der Diagnose, zur Klassifikation von Erkrankungen, zur Prognoseabschätzung und zur Quantifizierung maligner Zellen im Therapieverlauf (minimal residual disease, MRD) eingesetzt. Die Grundlage der diagnostischen Anwendung der Methode ist die Charakterisierung der Antigenexpressionsmuster maligner Zellen und deren Abgrenzung von gesunden Zellen.

Untersuchungsmaterial

Für die Immunphänotypisierung werden 5 bis 10 ml mit Heparin antikoaguliertes Knochenmark bzw. peripheres Blut benötigt. Alternativ kann EDTA als Antikoagulans verwendet werden, hier tritt jedoch ein schnellerer Verlust an Viabilität der Zellen auf. Peripheres Blut ist als Untersuchungsmaterial ausreichend, sofern eine Ausschwemmung maligner Zellen vorliegt. Entsprechend sollte bei fehlender Ausschwemmung Knochenmark untersucht werden.

Methodik

Die Charakterisierung der untersuchten Zellpopulationen erfolgt mittels multiparametrischer Durchflußzytometrie (MFC) auf dem Boden ihrer Streulichteigenschaften. Dabei kommen Fluoreszenz-markierte monoklonale Antikörper zum Einsatz, die gegen diagnostisch relevante Antigene auf der Zellmembran und im Zytoplasma gerichtet sind. Moderne Durchflußzytometer erlauben durch die gleichzeitige Detektion mehrerer verschiedener Fluorochrome eine genaue Beschreibung der Antigenexpressionsmuster von etwa 1.000 Zellen pro Sekunde. So können innerhalb kurzer Zeit auch Zellpopulationen charakterisiert werden, deren Häufigkeit nur 1% oder weniger beträgt.

Kontakt

Prof. Dr. med. Wolfgang Kern

MLL Münchner Leukämielabor GmbH
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81377 München

T: +49 (0)89 99017-200

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