Sphärozytose und andere angeborene erythrozytäre Membrandefekte
Angeborene erythrozytäre Membrandefekte (Membranopathien) sind monogene Erkrankungen der Erythrozytenmembran, die auf Genvarianten und dadurch verursachten Defekten einzelner Membran- oder Zytoskelettproteine beruhen. Ihr bedeutenster Vertreter ist die hereditäre Sphärozytose, die häufigste Ursache für eine angeborene hämolytische Anämie in Nord- und Mitteleuropa.
- Methode:
- Antikoagulans:
- Empfehlung:
- Methode:Blutbild
- Antikoagulans:EDTA
- Empfehlung:obligat
- Methode:Immunphänotypisierung
- Antikoagulans:EDTA
- Empfehlung:obligat
- Methode:PINK (AGLT)-Test
- Antikoagulans:EDTA
- Empfehlung:obligat
- Methode:Molekulargenetik
- Antikoagulans:EDTA
- Empfehlung:Je nach Vorbefund
Angeborene Membrandefekte: Übersicht
Angeborene Membrandefekte: Diagnose
Die Diagnosestellung einer HS erfolgt durch eine Kombination aus Blutbild, EMA- und AGLT-Test sowie molekulargenetischer Untersuchungen. Nach Ausschluss einer HS und weiterhin bestehendem Verdacht auf einen angeborenen erythrozytären Membrandefekt, ist die molekulargenetische Abklärung angezeigt.
Angeborene Membrandefekte: Therapie
Eine kausale Therapie des genetischen Defekts bei angeborenen Membrandefekten steht bislang nicht zur Verfügung. Bei der hereditären Anämie stellt die Splenektomie die zentrale symptomatische Therapiemaßnahme bei ausgeprägten Forme dar (Eber 2023, Wörmann 2024). Vor Splenektomie ist die Diagnosesicherung durch molekulargenetischen Nachweis der verursachenden pathogenen Variante empfohlen, da bei Differentialdiagnosen der hereditären Sphärozytose (z.B. Xerozytose) eine Splenektomie nicht den gewünschten Effekt erzielt, sondern mit einer erhöhten Komplikationsrate (u.a. Thrombosen) einhergeht und deshalb in diesen Fällen kontraindiziert ist.
Stand: Februar 2026