Sort-Anreicherung von B-NHL-Zellen für die genetische Diagnostik

25. September 2026

Bei geringer Ausschwemmung beziehungsweise Infiltration eines B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphoms (B-NHL) sind genetische Untersuchungen aus peripherem Blut oder Knochenmark häufig eingeschränkt, da die neoplastischen B-Zellen in der Gesamtzellpopulation unterrepräsentiert sind. Ab sofort bietet das Team der Immunphänotypisierung daher eine durchflusszytometrische Sort-Anreicherung von B-NHL-Zellen an. Dadurch lässt sich der Lymphomzellgehalt im Untersuchungsmaterial gezielt erhöhen, sodass eine genetische Diagnostik auch bei einem Anteil von unter 5% beziehungsweise unter 0,5% (siehe weiterführende Untersuchungen) möglich wird.

Mögliche weiterführende Untersuchungen

Das angereicherte Material kann, abhängig von der klinischen Fragestellung, verwendet werden für:

FISH-Diagnostik, insbesondere:

  • t(11;14)(q13;q32) / CCND1::IGH
  • t(14;18)(q32;q21) / IGH::BCL2
  • del(17p) / TP53-Region

Molekulargenetische Diagnostik:

Molekulargenetische Analysen mittels zielgerichteter Next-Generation-Sequencing (NGS)-Panel-Untersuchung zur Erfassung B-NHL-assoziierter Genveränderungen, einschließlich prognostisch oder therapeutisch relevanter Mutationen, zum Beispiel:

  • TP53
  • IGHV
Hierfür werden etwa 500.000 Lymphomzellen sortiert (auf über 10% angereichert) und anschließend die DNA extrahiert.

Material und Präanalytik

Für die Sort-Anreicherung benötigen wir:

  • 20 ml peripheres Blut (EDTA oder Heparin)
  • Probenalter höchstens drei Tage
  • klinische Angaben einschließlich Verdachtsdiagnose, Vorbefunde und konkreter genetischer Fragestellung

Wann ist eine Sort-Anreicherung indiziert?

Eine Sort-Anreicherung ist sinnvoll, wenn eine klinisch relevante genetische Untersuchung für Diagnosesicherung, Differenzialdiagnose, Prognose oder Therapieplanung erforderlich ist und die B-NHL Fraktion für FISH oder NGS aus unselektiertem Blut nicht ausreicht.

Relevante Konstellationen sind:

  • Kleinzelliges lymphozytisches Lymphom (SLL) mit geringer B-NHL Fraktion (unter 5%): Untersuchung von TP53-Aberrationen einschließlich del(17p) sowie IGHV-Mutationsstatus.
  • Differenzierung zwischen monoklonaler B-Zell-Lymphozytose (MBL) und Mantelzelllymphom (MCL) (unter 0,5%): gezielte FISH-Untersuchung auf CCND1::IGH.
  • Diagnoseunterstützung bei follikulärem Lymphom (unter 0,5%): gezielte FISH-Untersuchung auf IGH::BCL2.
  • Fehlendes oder nicht zugängliches Biopsie- beziehungsweise Histologiematerial: Bei klinischem oder radiologischem Lymphomverdacht kann die genetische Charakterisierung einer im Blut nachweisbaren aberranten B-Zell-Population (unter 5%) die diagnostische Einordnung unterstützen, beispielsweise in der Differentialdiagnose splenischer Lymphome.

Bitte vermerken sie ausdrücklich und kreuzen auf dem Einsendeschein unter Zusatzbogen Immunphänotypisierung: „B-NHL-Sort-Anreicherung für FISH/NGS“ und nennen die konkrete klinische und genetische Fragestellung. 

Die Autorin

»Für Fragen zur Sort-Anreicherung von B-NHL-Zellen und den weiterführenden genetischen Untersuchungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.«

Dr. rer. nat. Veronika Ecker

Molekularmedizinerin
Stv. Bereichsleitung Immunphänotypisierung
Abteilungsleitung Technologie & Entwicklung Immunphänotypisierung
Abteilungsleitung Immunphänotypisierungs-Befundung

T: +49 89 99017-257

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