Durchflusszytometrische Klonalitätsanalyse bei T-Zellen

25. März 2026

Diagnose eines T-NHL

In der aktuellen WHO-Klassifikation werden zahlreiche T-lymphatische Neoplasien beschrieben, deren diagnostische Einordnung weiterhin anspruchsvoll ist. Neben der Durchflusszytometrie müssen häufig auch histopathologische, genetische, klinische und teilweise infektiologische Parameter einbezogen werden. Da die Durchflusszytometrie schnell Ergebnisse liefert, steht sie häufig am Beginn der diagnostischen Abklärung und kann die weitere Diagnostik gezielt steuern.

T-Zellanalyse in der Durchflusszytometrie

Um auffällige T-Zellpopulationen in der Durchflusszytometrie diagnostisch einordnen zu können, werden verschiedene Antigene analysiert. Dazu gehören typische T-Zellmarker wie CD2, CD4, CD5, CD7 und CD8. Zusätzlich werden der auf den meisten CD4+- und CD8+-T-Zellen exprimierte T-Zellrezeptor α/β (TCR α/β) sowie seine Untereinheit CD3ε untersucht. Weitere Marker unterstützen die Abgrenzung zu anderen Leukozytenpopulationen, beispielsweise zu NK-Zellen.

TRBC1 und -2

Im Gegensatz zur Analyse reifer peripherer B-Zellen war die Bestimmung der Klonalität von T-Zellpopulationen in der Routinediagnostik bislang nur mit aufwendigen Spezialuntersuchungen möglich. Häufig erfolgt der Nachweis über molekularbiologische Methoden, die jedoch zeit- und kostenintensiver sind und teilweise eine geringere Sensitivität aufweisen als durchflusszytometrische Verfahren.

Während der T-Zellentwicklung exprimieren TCR-α/β-T-Zellen in der konstanten Region ihres T-Zellrezeptors entweder die TRBC1- oder die TRBC2-Kette. In einem gesunden T-Zellpool finden sich beide Varianten in etwa gleichen Anteilen – vergleichbar mit der Kappa-/Lambda-Verteilung bei B-Zellen.

Spezifische Antikörper gegen TRBC1 und TRBC2, die ursprünglich für therapeutische Anwendungen entwickelt wurden, können heute auch diagnostisch in der Durchflusszytometrie eingesetzt werden. Dadurch lässt sich eine polyklonale von einer klonalen, möglicherweise neoplastischen T-Zellpopulation schnell und zuverlässig unterscheiden.

Der Nachweis einer klonalen T-Zellpopulation ist jedoch nicht automatisch gleichbedeutend mit einer malignen Erkrankung. In solchen Fällen sind Verlaufskontrollen sowie ergänzende Untersuchungen – beispielsweise histopathologische oder genetische Analysen – erforderlich, um die klinische Bedeutung einzuordnen.

Die Autorin

»Wenn Sie Fragen zur Diagnostik klonaler T-Zell-Populationen oder diesem Assay haben, melden Sie sich gerne bei mir.«

Martha-Lena Müller, Ph.D.

Immunologin und Zellbiologin

T: +49 89 99017-255

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