Verantwortungsvoller Wandel in der hämatologischen Diagnostik, Therapie und Forschung

Der MLL MVZ Jahresrückblick 2025

16. Dezember 2025

Infrastruktur und Services: Wege verkürzen, Abläufe sichern

Besonders sichtbar wurde dieser Anspruch im neuen, hochautomatisierten Probeneingang des MLL MVZ. Mit seiner Inbetriebnahme haben wir im Frühjahr 2025 das Herzstück unserer täglichen Arbeit neu aufgestellt. Proben werden nun noch schneller registriert, sortiert und in die diagnostischen Bereiche überführt, jeder Schritt ist digital nachvollziehbar, und viele manuelle Tätigkeiten wurden durch automatisierte Abläufe abgelöst. Das erhöht nicht nur Tempo und Kapazität, sondern vor allem die Prozesssicherheit und verschafft unseren Teams mehr Zeit für die Aufgaben, in denen ihre Erfahrung und diagnostische Urteilskraft gefragt sind.

Einen weiteren solchen Baustein bildet der Probentransportservice, den wir 2025 konsequent weiter ausgebaut haben. Schritt für Schritt wurden inzwischen rund 220 einsendende Praxen und Kliniken angebunden und insgesamt 50 % aller eingehenden Proben auf diesem Weg transportiert. Die Proben dieser Einrichtungen werden mit diesem Service vor Ort abgeholt und am nächsten Tag bis 7:00 Uhr bei uns angeliefert. Für unsere Partnerinnen und Partner bedeutet das: verlässliche Zeitfenster für Abholung und Lieferung, klare Ansprechpersonen und mehr Planungssicherheit im Versorgungsalltag. Der Service wächst damit in genau jene Richtung, die wir uns vorgenommen haben: näher an den Bedarf unserer einsendenden Kolleginnen und Kollegen, sowie der Patientinnen und Patienten, eingebettet in regionale Versorgungsstrukturen und mit der Perspektive, mittelfristig noch mehr Standorte zu erreichen.

Parallel dazu haben wir unsere digitalen Kommunikationswege geschärft. Mit der umfassenderen Etablierung von KIM-Mail– der Kommunikation im Medizinwesen – zum letzten Jahreswechsel können Befunde und Dokumente nun über einen standardisierten, sicheren Kanal direkt in die Systeme unserer Einsender integriert werden. KIM ist damit ein weiterer Schritt hin zu einer tatsächlich vernetzten Versorgung, in der Informationen nicht mehr an Systemgrenzen scheitern, sondern dort ankommen, wo sie für die Versorgung benötigt werden.

Neue diagnostische Meilensteine und Erkenntnisse: Präzision in der Tiefe

Neben der Verbesserung von Wegen und Prozessen stand 2025 im Zeichen vielfältiger neuer und vertiefter diagnostischer Angebote. Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: noch präzisere Aussagen zu Krankheitsrisiken, Krankheitsverläufen und Therapieoptionen zu ermöglichen.

Ein Schwerpunkt lag auf Patientinnen und Patienten mit klonalen Zytopenien. Ein neuer Score zur Risikovorhersage wurde in die Befundung implementiert und hilft, die Betroffenen differenzierter einzuschätzen, Progressionsrisiken besser zu erkennen und Kontrollen sowie therapeutische Entscheidungen fundierter zu planen. Auch bei myelodysplastischen Neoplasien konnten wir die Prognosemodelle weiter schärfen: Eine neue Studie zeigt, dass die bislang oft wenig beachtete Größe des genetischen Klons, also der Anteil erkrankter Zellen im Knochenmark, wichtige Zusatzinformationen zu Krankheitsverlauf, Therapieansprechen und Überleben bei Myelodysplastischen Neoplasien liefert.

Im Bereich der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) haben wir das molekulare Monitoring weiter ausgebaut. Standardisierte Strategien zur MRD-Diagnostik (entsprechend den im Dezember veröffentlichten neuen ELN-Richtlinien), die Einbindung neuer Marker und die systematische Auswertung von Verlaufsdaten tragen dazu bei, Therapiepfade noch stärker an der individuellen Krankheitsdynamik auszurichten – von der Erstdiagnose bis zur Nachsorge.

Gleichzeitig haben wir mit Fokus auf personalisierte Therapien gezielt unser diagnostisches Angebot erweitert, etwa mit unserem neuen Assay zur UGT1A1-Genotypisierung. Dieser spielt eine wichtige Rolle bei der Diagnostik des Morbus Meulengracht sowie in der Pharmakogenetik bei medikamenteninduzierter Toxizität (z. B. Irinotecan, Nilotinib). Dass solche pharmakogenetischen Fragestellungen ihren Platz in unserem Portfolio finden, zeigt, wie breit moderne hämatologische Diagnostik heute aufgestellt sein muss.

Nicht zuletzt bleibt ein besonderes Augenmerk auf seltenen oder komplexen Fällen. Untersuchungsmethoden jenseits aller Standardanforderungen. Spezielle Färbungen und Analysen sowie interdisziplinäre Fallkonferenzen machen deutlich, dass diagnostische Exzellenz gerade dort gefragt ist, wo Routine nicht ausreicht. Hier verbinden wir die Möglichkeiten hochstandardisierter Abläufe mit der Bereitschaft, für jede Patientin und jeden Patienten individuelle Wege zu gehen.

Ein weiterer Schritt in diese Richtung war der Start unserer Whole-Genome-Sequencing-Studie zu seltenen Anämien. Ziel ist es, mithilfe umfassender Genomdaten die genetische Ursache bisher nicht erklärter Anämien schneller und zuverlässiger zu identifizieren. Forschung und Versorgung greifen hier direkt ineinander: Die Erkenntnisse sollen zukünftige Diagnostikpfade verkürzen und den behandelnden Ärztinnen und Ärzten mehr Sicherheit in der Betreuung dieser Patientengruppen geben.

Der Versand unseres 3-millionsten Befundes seit Gründung 2005 und die inzwischen eine Million bearbeiteten Proben in der Molekulargenetik unterstreichen, wie eng Kontinuität und Innovation im Alltag unseres Labors miteinander verbunden sind.

Forschung und wissenschaftliche Präsenz: Austausch auf vielen Bühnen

Dass Diagnostik bei uns immer auch Forschung „mitdenkt“, zeigte sich 2025 erneut in einer Vielzahl wissenschaftlicher Veranstaltungen, an denen das MLL MVZ beteiligt war – als Organisator, Gastgeber, Vortragender oder mit Beiträgen, die Preise erhielten.

Den Auftakt bildeten Ende Februar das 21. ELN- und 24. KNL-Symposium 2025. Dort standen aktuelle Entwicklungen der Leukämieforschung im Mittelpunkt – von MRD und NGS (next generation sequencing) über zytogenetische Fragestellungen z.B. bei komplexen Karyotypen und bei CHIP (klonale Hämatopoese mit unbestimmtem Potential). Für uns war und ist das ELN eine wichtige Plattform, um eigene Daten vorzustellen und zugleich im direkten Austausch mit der Community zu diskutieren, wohin sich Leitlinien und diagnostische Standards entwickeln.

Nur wenige Wochen später folgte im März in Wien die vierte ESH-Konferenz „How to Diagnose and Treat: CML/MPN“. Die Tagung schlug den Bogen von neuen Therapieoptionen über Registerdaten bis zu der Frage, welche Rolle Künstliche Intelligenz künftig in der Diagnostik und Verlaufsbeurteilung bei chronischer myeloischer Leukämie (CML) und myeloproliferative Neoplasien (MPN) spielen kann. Unsere Beiträge zu Chancen, Grenzen und praktischen Einsatzszenarien von KI in der Hämatologie fanden hier ein sehr interessiertes Publikum.

Vom 7. bis 9. Mai 2025 waren wir beim 38. International Symposium for Technological Innovations in Laboratory Hematology (ISLH) in Halifax. Im Zentrum standen dort technologische Labor-Innovationen, Automatisierung und KI-Anwendungen in der Laborhämatologie. Besonders gefreut hat uns, dass Dr. Dr. Armin P. Piehler für die Arbeit zur machine-learning-basierten Thalassämie-Vorhersage mit dem Carol Briggs Top Scoring Abstract Award ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnung unterstreicht, welches Potenzial in der Verbindung von Routinedaten, moderner Statistik und KI-Methoden steckt – und wie sehr sich diese Ansätze bereits in der Praxis bewähren.

Im Juni traf sich die internationale Hämatologie-Community beim Kongress der European Hematology Association (EHA) in Mailand. Dort standen unter anderem neue Entwicklungen in der AML-MRD-Diagnostik, Leitlinienfragen und die Rolle künstlicher Intelligenz in der Morphologie im Mittelpunkt. Der EHA-Kongress bot uns erneut eine wichtige Plattform, um eigene Projekte vorzustellen – etwa zur automatisierten Analyse myeloischer Vorläuferzellen – und zugleich den Dialog über zukünftige Standards in der hämatologischen Diagnostik mitzugestalten.

Anfang Juli fand bei uns in München die INSTAND-Fortbildung „Moderne Diagnostik von Leukämien und Lymphomen“ statt. An zwei intensiven Tagen wurden zentrale Verfahren von der Zytomorphologie über die Immunphänotypisierung bis hin zur Molekulargenetik diskutiert und in Laborführungen greifbar gemacht.

Beim PhD-Lab-Kurs „Hematologic Malignancies“ im Rahmen des Medical Faculty PhD Program der Technischen Universität München konnten die Doktorandinnen und Doktoranden – wie in jedem Semester von uns an der TUM Technischen Universität München angeboten – fünf Tage lang Einblicke in unsere Arbeit gewinnen, praktische Übungen durchführen und mit unseren Teams über aktuelle Themen wie integrierte Befunde, Genomsequenzierung und KI in der Diagnostik sprechen.

Im Herbst setzte sich der wissenschaftliche Austausch nahtlos fort. Bei der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) vom 24. bis 27. Oktober in Köln standen unter anderem neue Erkenntnisse zu AML, CLL und myeloproliferativen Neoplasien sowie zur MRD-Diagnostik im Fokus. Besonders gefreut hat uns die Auszeichnung von Dr. Veronika Ecker für ihr Poster zur kombinierten genetischen und phänotypischen Analyse von NPM1-mutierter AML – ein Preis, der stellvertretend für die enge Verzahnung von Immunphänotypisierung und Molekulargenetik am MLL MVZ steht.

Der internationale Blick auf die Onkologie-Diagnostik prägte die 47. Jahrestagung der International Society of Oncology and Biomarkers (ISOBM), die vom 13. bis 16. Oktober in Murnau stattfand. Unter dem Leitthema „A New Era of Biomarkers in Oncology“ wurden Chancen und Grenzen von KI in der Diagnostik, die Bedeutung minimaler Resterkrankung (MRD) als Therapieparameter, translationaler Biomarkerforschung und Standardisierung in der Laboratoriumsmedizin diskutiert. Unsere Beiträge machten deutlich, wie sehr wir uns für vergleichbare, harmonisierte MRD-Konzepte und für evidenzbasierte Biomarker einsetzen.

Ein besonderes Jahr war 2025 auch für die internationale Zytometrie-Community. Beim International Clinical Cytometry Society Meeting & Course (ICCS 2025) brachten wir unsere Expertise zu regulatorischen und technischen Herausforderungen in der klinischen Durchflusszytometrie ein. Die Themen reichten von Qualitätskontrolle über den Umgang mit Laborentwicklungen (LDTs) bis zur Weiterentwicklung technischer Standards. Mit der Wahl von Prof. Wolfgang Kern zum Präsidenten der ICCS wurde zudem die Rolle des MLL MVZ in der internationalen Zytometrie eindrucksvoll gewürdigt.

Auch auf dem amerikanischen Kontinent war unsere Expertise erneut gefragt. Beim ASH Annual Meeting and Exposition vom 6. bis 9. Dezember in Orlando standen unter anderem neue Ansätze zur Detektion klonaler Evolution in zirkulierender Tumor-DNA, die Translation von ctDNA-MRD-Konzepten in die Versorgung von B-Zell-Lymphomen sowie bi-allelische TET2-Veränderungen bei NPM1-mutierter AML im Mittelpunkt. Weitere Schwerpunkte lagen auf der MRD-Diagnostik anhand von Phänotyp und Genotyp mithilfe der Durchflusszytometrie.

Die Zukunft im Blick: MLL MVZ Innovation Summit, Genomnetzwerk & Co.

Eigene Formate spielten ebenfalls eine zentrale Rolle. Der MLL MVZ Innovation Summit am 10. und 11. November brachte führende Köpfe aus Wissenschaft und Industrie bei uns im Haus zusammen. Single-Cell-DNA-Methylierung, Long-Read-Sequenzierung und innovative Omics-Ansätze waren hier ebenso Thema wie praktische Anwendungsszenarien und Kooperationen mit Industriepartnern. Ende November schloss sich die Fortbildungsveranstaltung „Der diagnostische Blick ins Mikroskop – Hämatologie in Zusammenschau von Klinik, Diagnostik und Therapie“ an, die Zytomorphologie, Immunphänotypisierung und Molekulargenetik in einem CME-zertifizierten Kurs bündelte.

Eine wichtige Zukunftsinitiative bleibt weiterhin das von uns initiierte Genomnetzwerk Hämatologie, das sich 2025 erneut zu mehreren Arbeitstreffen zusammenfand. Im Mittelpunkt standen aktuelle Projekte zur Genommedizin sowie gemeinsame Vorhaben für die kommenden Jahre. Das Netzwerk verfolgt das Ziel, Daten aus Forschungsprojekten und Patientenversorgung so zusammenzuführen, dass daraus eine wissensgenerierende, personalisierte Versorgung entsteht – von effizientem Next Generation Sequencing bis hin zur Whole-Genome-Sequenzierung. In den Diskussionen wurde deutlich, dass die Untersuchung ganzer Genome ein zentrales Zukunftsfeld für Diagnostik und Therapie ist – national wie international. Als MLL MVZ unterstützen wir diese Ansätze aktiv und setzen uns dafür ein, dass Genomdiagnostik als tragfähige Innovation im Gesundheitssystem anerkannt und weiter integriert wird.

Qualität, Akkreditierungen und weitere Auszeichnungen

Die Grundlage all dieser Aktivitäten bleibt ein konsequentes Qualitätsverständnis. 2025 wurde uns neben jener der DAkkS erneut die Akkreditierung des College of American Pathologists (CAP) bestätigt. Sie bescheinigt, dass wir höchste internationale Qualitäts- und Sicherheitsstandards einhalten und verlässliche, reproduzierbare Ergebnisse liefern. Für uns ist diese Akkreditierung zugleich Verpflichtung und Türöffner – sie ermöglicht die Teilnahme an internationalen Forschungskooperationen, klinischen Studien und pharmazeutischen Partnerschaften und macht die Qualität unserer Arbeit weltweit vergleichbar.

Auch als Unternehmen haben wir Anerkennung erhalten. Im Innovationswettbewerb TOP 100 konnten wir unsere Position erneut behaupten (zum nunmehr siebten Mal in Folge), und zusätzlich zählen wir laut WirtschaftsWoche-Ranking „Innovations-Champions 2025“ zu den 100 innovativsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands. Für uns sind solche Auszeichnungen vor allem ein Ausdruck der gemeinsamen Leistung aller unserer Mitarbeitenden – von den Teams im Probeneingang über die Fachbereiche bis zu IT, Administration und Organisation.

Eine besondere Würdigung erfuhren unsere Geschäftsführer Prof. Dr. med. Dr. phil. Torsten Haferlach und Prof. Dr. med. Wolfgang Kern durch ihre Ernennung zu Top-Reviewern des Fachjournals Leukemia (Nature Publishing Group). Ihre Arbeit in den Gutachtergremien trägt dazu bei, dass neue Forschungsergebnisse auf höchstem Niveau evaluiert werden und in die internationale Community zurückwirken – ein weiterer Beitrag zur wissenschaftlichen Qualität, der außerhalb des Laboralltags oft nur wenig sichtbar ist.

Miteinander, Nachwuchs und Engagement: Die Menschen im Mittelpunkt

2025 war nicht nur ein Jahr großer fachlicher Projekte, sondern auch ein Jahr des Miteinanders. Anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums konnten wir im Sommer gleich zweimal in großer Runde gemeinsam auf Reisen gehen. Jeweils rund 100 Kolleginnen und Kollegen machten sich im Juli und August für 2,5 Tage auf den Weg nach Dresden. Eine Schifffahrt auf der Elbe, kulturelle Highlights vom Zwinger bis zur Frauenkirche und ein gemeinsamer Abend im Kurländer Palais boten den Rahmen für Gespräche, Begegnungen und ein starkes Wir-Gefühl. Diese Tage haben eindrücklich gezeigt, wie wichtig persönliche Verbindung und gemeinsame Erlebnisse für eine Organisation sind, die im Alltag oft mit hochkomplexen, abstrakten Fragestellungen arbeitet.

Ein besonderes Anliegen war uns auch 2025 die Nachwuchsförderung im medizinisch-technischen Bereich. Mehrfach durften wir Schulklassen von Berufsfachschulen für Medizinische Technologie für Laboratoriumsanalytik bei uns begrüßen – unter anderem aus Bayreuth, Augsburg, München und Kempten. Die Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke in Zytomorphologie, Chromosomenanalyse und FISH, Molekulargenetik und Immunphänotypisierung, konnten unseren MTLAs über die Schultern schauen und Fragen zu Ausbildung, Karrierewegen und Arbeitsalltag stellen. Diese Kennenlerntage sind für uns weit mehr als ein Blick hinter die Kulissen: Sie sind Investition in die Fachkräfte von morgen und Ausdruck unseres Selbstverständnisses als Ausbildungs- und Wissensort.

Unsere Teilnahme am Biotech & Pharma Career Day Anfang Oktober in Zusammenarbeit mit BioM und dem Biomedical Center Munich war für uns eine wichtige Bühne, um mit potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern ins Gespräch zu kommen und Einblicke in den Arbeitsalltag eines hämatologischen Speziallabors zu geben.

Unser Engagement für die DKMS haben wir ebenfalls weiter vertieft. Als diagnostischer Partner, als Unterstützer von Forschungsprojekten und als Multiplikator im Bewusstsein für Stammzellspenden leisten wir einen Beitrag, der über das klassische Laborverständnis hinausgeht. Ein Höhepunkt war in diesem Jahr der Besuch der DKMS Group mit Vertreterinnen und Vertretern aus globalem Management und Life-Science-Labor. Im gemeinsamen Gespräch standen neue Perspektiven auf Diagnostik, Datenqualität, Automatisierung, Skalierbarkeit und personalisierte Medizin im Mittelpunkt – immer mit dem gemeinsamen Ziel, Patientinnen und Patienten weltweit noch schneller und präziser zu helfen. Solche Begegnungen zeigen, wie sehr wissenschaftliche Exzellenz, technologische Innovation und menschliches Engagement zusammenwirken müssen, um echte Veränderung zu ermöglichen. Ergänzend führten wir im MLL MVZ eine umfassende Typisierungsaktion für unsere Mitarbeitenden durch.

Nicht zuletzt bot unser Tag der offenen Tür mit über 200 Teilnehmenden im Herbst Familien, Freundinnen und Freunden unserer Mitarbeitenden sowie interessierten Gästen die Möglichkeit, das Labor „von innen“ zu erleben. Führungen durch alle diagnostischen Bereiche, Einblicke in Robotik, automatisierte Mikroskopie und Rohrpostsysteme sowie Gespräche mit unseren Teams zeigten, wie viel Leidenschaft und Präzision hinter jeder einzelnen Probe stehen.

Digitalisierung, KI und Gesundheitspolitik: Haltung in bewegten Zeiten

In mehreren Beiträgen haben wir uns 2025 erneut zur Zukunft des Gesundheitswesens und zur Rolle von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz positioniert. Unser Kernanliegen bleibt unverändert: KI und digitale Technologien sind kein Selbstzweck. Sie entfalten ihren Wert nur dort, wo sie Versorgung verbessern, Ärztinnen und Ärzte entlasten und Patientinnen und Patienten mehr Sicherheit geben. Die Verantwortung für Entscheidungen bleibt beim Menschen – diese Überzeugung zieht sich durch all unsere Projekte.

Gleichzeitig sehen wir, wie sehr das deutsche Gesundheitssystem unter strukturellen Defiziten leidet: unter regionalen Unterschieden, komplexen Verwaltungsprozessen und fehlender Interoperabilität. In dieser Situation verstehen wir uns als konstruktive Stimme: Wir zeigen auf, wo digitale Infrastruktur – von KIM über Befundportale bis hin zu KI-gestützten Analysesystemen – echten Mehrwert schafft, und plädieren für Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen, ohne den Schutz sensibler Daten zu vernachlässigen.

Seit Mitte 2022 unterstützen wir zudem das Netzwerk „Help for Ukrainian Hematology Patients (HUP)“, das gleich nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegründet wurde, um die hämatologische Versorgung in der Ukraine sicherzustellen. Das von WHO, ASH und EHA sowie lokalen und internationalen Partnern unterstützte Netzwerk fördert die Einrichtung von Stammzelltransplantationsprogrammen und den Ausbau hämatologischer Diagnostik, unterstützt durch Telemedizin und internationale Kooperationen. Seit Beginn der Initiative wurden am MLL MVZ über 3.400 Proben aus der Ukraine in rund 14.200 Untersuchungen analysiert, über 13.000 Befunde wurden versendet. Die Ergebnisse werden den ukrainischen Partnern von uns kostenlos und zeitnah zur Verfügung gestellt. 

Dank und Ausblick

Nicht nur anlässlich des Weltkrebsforschungstag im September haben wir unseren Blick bewusst auf die langfristige Dimension unserer Arbeit gerichtet. Mehr als 1,3 Millionen untersuchte Proben, über 390 Mitarbeitende, mehr als 1.000 Hochleistungsgeräte und inzwischen über 870 peer-reviewte Publikationen seit 2005 (55 neu in 2025) stehen für einen kontinuierlichen Beitrag zur Erforschung hämatologischer Erkrankungen. Jede Probe, jede Studie und jede Veröffentlichung bringt uns dem Ziel näher, Krebserkrankungen besser zu verstehen und Therapien zielgerichteter einzusetzen.

Wenn wir auf 2025 zurückblicken, sehen wir ein Jahr, in dem sich Leistungsfähigkeit und Innovationskraft, wissenschaftliche Präsenz und menschliche Nähe auf besondere Weise im MLL MVZ verbunden haben: ein neuer automatisierter Probeneingang, der unsere Prozesse auf ein neues Niveau hebt; diagnostische Angebote, die Präzision und Personalisierung weiter ausbauen; internationale Kongresse, Summits und Kurse, in denen Wissen geteilt und neue Ideen geboren wurden; dezidierter Ausbau der Abteilungen für KI, Forschung und Innovation; und nicht zuletzt ein starkes Team, das all dies täglich möglich macht.

Unser Dank gilt deshalb zu allererst allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des MLL MVZ, unseren Einsenderinnen und Einsendern, Kooperationspartnern, Förderern und den Patientinnen und Patienten, deren Vertrauen die Grundlage unserer Arbeit ist. Mit diesem Rückhalt blicken wir zuversichtlich auf 2026 – mit dem Ziel, unsere diagnostische Exzellenz weiter auszubauen, unsere Services für Einsenderinnen und Einsender zu stärken, Forschung und Innovation voranzutreiben und die Chancen digitaler Medizin verantwortungsvoll zu nutzen.

Denn hinter jeder eingesendeten Probe steht ein Mensch und seine Lebensgeschichte – aus dieser Perspektive heraus arbeiten wir.

Der Autor

»Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne!«

Prof. Dr. med. Dr. phil. Torsten Haferlach

Geschäftsführung
Internist, Hämatologe und Onkologe

T: +49 89 99017-100

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