Das Diagnostiklabor führt Untersuchungen für rund 60 Prozent aller Leukämiepatienten in Deutschland durch und analysiert dieses Jahr insgesamt mehr als 90.000 Proben. Heute sind diese Analysen allesamt State of the Art, doch der Geschäftsführer Prof. Dr. Dr. Torsten Haferlach ist überzeugt davon, dass sich in naher Zukunft noch ganz neue Diagnosemethoden durchsetzen werden: „Uns steht ein Technologiesprung bevor, der ähnlich groß sein wird wie der Sprung vom Wählscheibentelefon zum Smartphone.“ Der entscheidende Treiber für diesen Technologiesprung sind die Fortschritte bei der Entschlüsselung des menschlichen Erbguts. „Als wir angefangen haben, war es bei Leukämiediagnosen üblich, 40 verschiedene Gene untersuchen zu können, heute sind es mehr als 250“, erläutert der Geschäftsführer Prof. Dr. Wolfgang Kern.


Der bayerische Top-Innovator will den technischen Fortschritt aber nicht nur begleiten, sondern an seiner Spitze stehen und ihn formen. Deshalb haben die Geschäftsführer eine der größten Gen-Sequenzier-Einrichtungen in ganz Europa aufgebaut und im Rahmen eines Forschungsprojekts mittlerweile schon das komplette Genom von 4.500 Leukämiepatienten analysiert. „Je genauer wir die einzelnen Leukämiesubgruppen erkennen und beschreiben können, desto zielgenauer können wir sie behandeln“, sagt die Geschäftsführerin Prof. Dr. Claudia Haferlach. Sie arbeitet, ebenso wie ihre Geschäftsführerkollegen, in der klinischen Routinediagnostik und publiziert gleichzeitig regelmäßig wissenschaftliche Forschungsergebnisse.


„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung. Zeigt dies doch, dass wir mit unseren Ansätzen und unserer Arbeit einen wichtigen Beitrag für den medizinischen Fortschritt leisten können“, so Prof. Dr. Dr. Haferlach. Mit künstlicher Intelligenz, in house programmierten Algorithmen und intensiver Forschung, können so zukünftig noch genauere Diagnosen gestellt und individuell auf die Patienten zugeschnittene Therapien zum Einsatz gebracht werden.

 

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