MLL Münchner Leukämielabor und Institute of AI for Health des Helmholtz Zentrums München geben Forschungskooperation bekannt

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Das MLL Münchner Leukämielabor und das neu gegründete Institute of AI for Health (AIH) des Helmholtz Zentrums München haben eine umfangreiche Forschungs- und Entwicklungskooperation vereinbart. Gegenstand soll vor allem die Implementierung von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz in den verschiedensten Bereichen der Leukämiediagnostik sein.

Das MLL Münchner Leukämielabor wird im Rahmen der Kooperation vor allem seine umfangreichen diagnostischen und klinischen Datenbanken sowie seine medizinisch-diagnostische Expertise einbringen, während auf Seiten des AIH jahrelanges Know-How im Bereich von Machine Learning-Applikationen und Data Science besteht. Somit sehen beide Partner sehr hohes synergistisches Potenzial für die gemeinsame Weiterentwicklung der zunehmend datengetriebenen Leukämiediagnostik. Sie sind sich einig in der Überzeugung, dass gemeinsame Forschung zur umfassenden Umsetzung von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz ein wesentliches Element der Kooperation sein soll. Beide Parteien bekunden dabei ihre Absicht, den wissenschaftlichen Fortschritt und das Wohl der Patientinnen und Patienten durch ihre Arbeit zu fördern.

Bereits seit einigen Jahren gibt es projektbasierte Kollaborationen zwischen MLL und dem Helmholtz Zentrum, beispielsweise zur KI-basierten Erkennung von Blutkrebs-Zellen und zur Vorhersage von Leukämiesubtypen in der Blut- und Knochenmarkmikroskopie. Ein weiteres Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und bündelt die biomedizinische und KI-Expertise beider Forschungspartner zur Analyse großer genomischer Datenmengen mit dem Ziel, die molekularen Grundlagen der Leukämie weiter zu verstehen, neue Erkrankungssubtypen zu definieren und eine verbesserte personalisierte Behandlung von Patientinnen und Patienten zu ermöglichen.

„Ausgehend von der bis dato sehr erfolgreichen Zusammenarbeit und mit Blick auf die große Expertise beider Partner in ihren Kernkompetenzen erscheint die grundsätzliche Vereinbarung über eine langfristige Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Leukämiediagnostik als der ganz natürliche nächste Schritt“, sagt beispielsweise Professor Torsten Haferlach vom MLL. „Allein in der Routinediagnostik fallen bei uns jeden Tag von Neuem gigantische Datenmengen an. Die systematische Auswertung und die Erkennung von Mustern in diesen Daten ist hierbei nur mit Hilfe KI-basierter Methoden überhaupt noch denkbar. Insofern schätzen wir uns glücklich, mit dem AIH des Helmholtz Zentrums München einen überaus starken Partner dafür an unserer Seite zu wissen.“

Ähnlich äußert sich Carsten Marr vom AIH: „Mit umfangreichen Daten und einzigartiger Expertise ist das MLL der perfekte Partner, um unsere KI-basierte Leukämiediagnostik voranzutreiben. Wir bauen auf eine bereits vertrauensvolle Zusammenarbeit und hoffen, unsere Algorithmen mit dem MLL in die Anwendung zu bringen. So können Patientinnen und Patienten unmittelbar von unserer Forschung profitieren.“

Die jüngst erfolgte Gründung des AIH am Helmholtz Zentrum München ist ein Schritt, der der bisherigen Zusammenarbeit beider Partner weiteren Auftrieb gibt und der zunehmenden Fokussierung auf Data Science und Healthcare am Helmholtz Zentrum Rechnung trägt.