MRD - Immunphänotypisierung
Bei akute Leukämien sind Leukämie-assoziierte aberrante Immunphänotypen (LAIP) nachweisbar, die auf den Zellen des normalen Knochenmarks nicht oder nur sehr selten vorkommen. Diese werden eingeteilt in die a) „Cross-lineage“-Expression lymphatischer Marker bei der AML (z.B. CD19-positive AML) bzw. myeloischer Marker bei der ALL (z.B. CD33-positive ALL), b) asynchrone Antigenexpression (z.B. CD34- und CD11b-positive AML), c) fehlende Antigenexpression (z.B. HLA-DR-negative AML) und d) Antigenüberexpression (z.B. CD33++CD34++ AML). Von zentraler Bedeutung für die korrekte Identifizierung eines LAIP und damit für die MRD-Quantifizierung ist die genaue Kenntnis des und der Vergleich mit dem Immunphänotyp im normalen Knochenmark. Da in vielen Fällen die Expressionsstärke eines bestimmten Antigens den LAIP charakterisiert und diese sich zwischen verschiedenen Fällen sehr unterscheidet, ist es erforderlich, für jeden Patienten einen oder mehrere LAIP individuell zu definieren. Um die MRD-Untersuchung zu ermöglichen ist es somit unabdingbar, zum Zeitpunkt der Diagnosestellung den LAIP individuell zu erfassen. Für die Detektion eines LAIP ist insbesondere bei der AML die Verwendung eines umfangreichen Panels von Antikörpern notwendig, um auch seltene LAIP identifizieren und für spätere Verlaufsuntersuchungen zur Verfügung zu stellen.
