Myelodysplastisches Syndrom (MDS) - Zytomorphologie
Im Rahmen der zytomorphologischen Diagnostik sollten mindestens 200 Knochenmarkzellen und 20 Megakaryozyten evaluiert werden. Dysplasiezeichen sollten in mindestens 10% der Zellen nachweisbar sein. Einen besonderen diagnostischen Stellenwert nehmen sog. Pseudo-Pelger-Neutrophile, Ringsideroblasten, Mikromegakaryozyten und die Zahl der Blasten ein. Diese morphologischen Aberrationen korrelieren z.T. auch mit dem Vorliegen klonaler Marker. Eine solche Korrelation morphologischer und genetischer Marker findet sich beispielsweise beim MDS mit isolierter 5q-Deletion (= „5q-minus-Syndrom“).
Die Differenzierung zwischen hypoplastischem MDS und aplastischer Anämie ist oftmals schwierig, da sich Dysplasiezeichen in der Erythropoese bei beiden Entitäten finden können. In die Differentialdiagnose sollte auch die PNH eingeschlossen werden. Ein frühes Stadium einer refraktären Anämie (RA) mit Zytopenie in nur einer Linie (RCUD) ist häufig schwierig zu diagnostizieren und erfordert die Durchführung von Verlaufskontrollen.
