Die Mastozytose gehört nach der aktuellen WHO-Klassifikation zu den myeloproliferativen Neoplasien (MPN). Das Spektrum reicht von der rein kutanen Mastozytose zu systemischen indolenten oder aggressiven Verlaufsformen. Die Diagnose einer Mastzell-Leukämie wird bei Nachweis von ≥20% Mastzellen im Knochenmark gestellt. Mastozytosen können auch in Assoziation zu anderen hämatologischen Neoplasien vorkommen, z.B. einer CMML, einer AML oder einem Lymphom. Für die Diagnosestellung und Klassifikation der Mastozytose sind Biopsien aus der Haut oder anderen betroffenen Organsystemen relevant. Bei der systemischen Mastozytose im Erwachsenenalter ist die Untersuchung des Knochenmarks von Bedeutung, wobei sich verschiedene Methoden wie Zytomorphologie, Histopathologie mit Immunhistochemie, Immunphänotypisierung und Molekulargenetik ergänzen.
Mastozytose - Zytomorphologie
Mastzellen sind bei Bildung von Aggregaten oder dichter Knochenmarkinfiltration als maligne zu identifizieren. Zeichen der Malignität sind Hypogranularität oder eine deutliche Spindelform der Mastzellen. Mitunter findet man bi- oder multinukleäre Zellen („Promastozyten“). Die Mastzellen lassen sich gut durch die Färbung mit Toluidinblau am Knochenmarkaspirat darstellen.
Mastozytose - Immunphänotypisierung
Mastzellen sind über die Positivität für CD45 und die sehr starke Expression von CD117 identifizierbar. Maligne Mastzellen zeigen eine Koexpression der Antigene CD2 und/oder CD25.
Mastozytose - Molekulargenetik
Im Knochenmark und z.T. auch im Blut wird anhand PCR-basierter Techniken eine Punktmutation im Codon D816 im KIT-Gen (welches eine Rezeptortyrosinkinase kodiert) nachgewiesen. Im Falle eines Mutationsnachweises handelt es sich in über 95% aller Fälle hierbei um einen D816V Austausch, selten um andere Varianten. Diese Mutation ist bei Verwendung von Techniken, die eine Senstivität von 1:10² erreichen, bei fast allen erwachsenen Patienten mit einer Mastozytose detektierbar. Wird eine andere hämatologische Erkrankung in Assoziation zu einer Mastozytose vermutet, kommen darüber hinaus andere molekulargenetische Analysen zum Einsatz, beispielsweise eine Untersuchung auf eine JAK2V617F bei assoziierter myeloproliferativer Neoplasie oder auf AML-spezifische Marker bei der sekundären AML bei Mastozytose.
