Lymphome – Chromosomenanalyse, FISH und Molekulargenetik

Anhand von Chromosomenanalyse und Interphase-FISH-Analysen lassen sich bei den B-Zell-Lymphomen charakteristische Rearrangements detektieren. Außerdem finden sich bei Lymphomen zahlreiche Veränderungen z.B. 6q- und 13q-Deletionen sowie 17p-Deletionen, die nicht für eine Lymphom-Entität spezifisch sind. Auf molekularer Ebene können die balancierten Rearrangements der B-Zell-Lymphome durch die RT-PCR nachgewiesen werden.

Das Mantelzelllymphom zeigt die Translokation t(11;14)(q13;q32) mit einem IGH-Cyclin D1 (CCND1)-Rearrangement. Jedoch kann man auch variante CCND1-Translokationen beobachten. In der Regel finden sich weitere Aberrationen. Komplexe Karyotypen sind häufig.

Beim follikulären Lymphom findet sich in der Mehrzahl der Fälle eine t(14;18)(q32;q21) mit einem BCL-2-Rearrangement, darüber hinaus finden sich zumeist weitere zytogenetische Aberrationen.

Diffus grosszellige B-Zell-Lymphome (DLBCL) weisen oft Rearrangements von BCL6, MYC oder BCL2 auf. Jedoch zeigen diese keine Spezifität für eine bestimmte Entität, sondern können auch bei anderen Lymphomentitäten vorkommen.

Beim lymphoplasmozytischen Lymphom finden sich keine spezifischen chromosomalen Aberrationen. Sie sind auch seltener als bei anderen Lymphomentitäten.

Bei MALT-Lymphomen (extranodale Marginalzonenlymphome Mucosa-assoziierter Gewebe) zeigt sich oft eine Translokation t(11;18)(q21;q21). Die genetischen Veränderungen sind aber sehr unterschiedlich, auch andere IGH-Rearrangements oder 6q-Deletionen sind möglich.

Nodale und splenische Marginalzonenlymphome zeigen ebenfalls sehr heterogene genetische Veränderungen. Beim splenischen Marginalzonenlymphom lassen sich oftmals 7q21-Translokationen nachweisen.

T-Zell-Lymphome zeigen monoklonale TCR (T-Zell-Rezeptor)-Rearrangements. Ihr Nachweis in der PCR-Untersuchung kann zur Abgrenzung eines T-Zell-Lymphoms von reaktiven Veränderungen in unklaren Fällen beitragen.

Darüber hinaus zeigen die verschiedenen Entitäten teilweise charakteristische Veränderungen, z.B. Inversionen am Chromosom 14 bei ca. 80% der Patienten mit einer T-PLL (T-Prolymphozytenleukämie). Aufgrund der geringen Inzidenz dieser Entitäten soll hierauf aber nicht weiter eingegangen werden.

 

Genetische Veränderungen bei verschiedenen B-Zell-Lymphomen

Entität Genetische Veränderung
DLBCL Rearrangements von BCL6 (3q27), CMYC (8q24), oder BCL2 (18q21)
Follikuläres Lymphom t(14;18)(q32;q21) und Varianten
Mantelzelllymphom t(11;14)(q13;q32) und Varianten
Lymphoplasmozytisches Lymphom Heterogen, u.a. t(9;14)(p13;q32)/IGH-PAX5
Lymphon Häufig 6q-Deletionen
MALT-Lymphom Heterogen: u.a. t(11;18)(q21;q21), t(3;14)(p14.1;q32) 6q-Deletionen
Nodales Marginalzonenlymphom Heterogen, z.B. Zugewinne von 1q, 3(q) oder +7 oder Verluste (z.B. 6q)
Splenisches Marginalzonenlymphom Translokationen mit 7q21
Zugewinne, z.B. 3(q) oder Verluste, z.B. 6q

DLBCL: diffus grosszelliges B-Zell-Lymphom; foll. Lymphom: follikuläres Lymphom; MALT-Lymphom: extranodales Marginalzonenlymphom Mucosa-assoziierter Gewebe.

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