Zellulärer Immunstatus
Der zelluläre Immunstatus gibt Auskunft über den Zustand des Immunsystems. Die Immunphänotypisierung ermöglicht eine quantitative (relative und absolute) Bestimmung von Zellpopulationen und charakterisiert den Aktivierungszustand der Immunzellen im peripheren Blut. Der zelluläre Immunstatus ermöglicht jedoch keine Auskunft über die Funktionsfähigkeit der Zellpopulationen, da normale Zellzahlen einen funktionellen Immundefekt nicht ausschliessen können.
Die Bewertung der Zellzahlen sollte immer unter Berücksichtigung des Alters und klinischer Anhaltspunkten (durchgeführte Therapie, Erkrankungen, Verlauf) erfolgen.
Tabelle: Lymphozyten-Subpopulationen, prozentuale und absolute Werte
Indikationen für die Erhebung des zellulären Immunstatus:
- Lymphozytose, zum Nachweis/Ausschluss einer immunproliferativen Erkrankung
- Lymphozytopenie
- Diagnostik und Therapiekontrolle von Virusinfektionen (z.B. HIV, HBV, HCV, CMV, EBV)
- Verlaufsbeobachtung von Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatische Erkrankungen, Autoimmunthyreoiditis usw.)
- Nachweis und Verlaufsbeobachtung von sekundären Immundefekten
- Abklärung von Infektanfälligkeit oder Wundheilungsstörungen
- Kontrolle des Immunstatus unter immunsuppressiver Therapie
- Verlauf der Immunrekonstitution nach allogener Stammzelltransplantation
- Verlaufskontrolle unter Therapie mit monoklonalen Antikörpern (z.B. Rituximab)
Für die Erhebung des zellulären Immunstatus wird eine Monovette EDTA-Blut benötigt.
