Chronische lymphatische Leukämie (CLL) - Immunphänotypisierung

Die CLL weist einen typischen Phänotyp auf: Die B-Zellen zeigen Expression von CD19, CD20 und cCD79a und exprimieren aberrant das Antigen CD5. Es besteht eine schwache Oberflächenexpression von CD22. Charakteristischerweise beobachtet man auch eine schwache Fluoreszenzintensität der Oberflächen-Immunglobuline mit einer klonalen Leichtkettenrestriktion. In der Regel wird CD23 exprimiert, was beim Mantelzelllymphom selten der Fall ist. Darüber hinaus weist das Mantelzelllymphom eine stärkere Expression der Oberflächenimmunglobuline sowie eine Expression von CD22 und FMC7 auf. Allerdings ist die Diagnose einer CLL aus einem einzelnen Marker alleine nicht möglich. Vielmehr hat sich die Zusammenschau aller untersuchten Antigene und die Verwendung des daraus abgeleiteten Matutes-Score als sinnvoll erwiesen.

Matutes-Score für die B-CLL

Charakteristika der B-CLL
CD5+
CD23+
FMC7-
sIgM(+)
sCD22(+) oder CD79b(+)

Von prognostischer Bedeutung ist der Nachweis der Expression von CD38 sowie der zytoplasmatischen Expression von ZAP70, welche beide mit einer ungünstigen Prognose assoziiert sind.

Bei einer CLL/PL (im peripheren Blut 10% bis 54% Prolymphozyten) zeigt der Immunphänotyp oftmals eine stärkere Expression von CD20 und Oberflächenimmunglobulin (s-Ig) als bei der typischen CLL. Ausserdem besteht eine schwächere Expression von CD23 sowie eine Positivität für CD22 und CD79b. Bei der B-PLL (≥55% Prolymphozyten) zeigt sich keine oder nur eine schwache Koexpression von CD5, die Oberflächenexpression von Oberflächenimmunglobulin und von CD20 ist stärker; ferner werden CD22 und FMC7 exprimiert.

Neben der Festlegung der Diagnose erlaubt die Immunphänotypisierung den Nachweis minimaler Resterkrankung (MRD) bei der CLL. Der Phänotyp der CLL-Zellen - CD19+CD20+CD79-CD5+ - unterscheidet diese deutlich von normalen B-Lymphozyten. Die MRD-Level bei der CLL sind den Ergebnissen mehrerer grösserer Studien zufolge von prognostischer Relevanz.

Von der CLL wird die monoklonale B-Lymphozytose (MBL) abgegrenzt: Hier findet sich eine monoklonale B-Zell-Population <5 x 109/L im peripheren Blut; der Immunphänotyp entspricht einer CLL. Die Patienten sind zumeist asymptomatisch und weisen keine Neoplasie-typischen Laborveränderungen auf. Transformationen in eine B-CLL beobachtet man jährlich bei 1-2% aller Fälle.

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