Chronische lymphatische Leukämie (CLL) – Chromosomenanalyse
Die klassische Chromosomenanalyse hatte für die CLL in den letzten Jahren nur eine untergeordnete Rolle gespielt, da die notwendige Kultivierung der CLL-Zellen in vitro kaum gelang. Mithilfe der FISH-Analyse (siehe auch Informationsblatt zur CLL) wurde jedoch der prognostische Wert von Chromosomenaberrationen nachgewiesen. Neuere Untersuchungen zeigen, dass eine Kultivierung der CLL-Zellen zuverlässig möglich ist und dass sich mit Hilfe der Chromosomenanalyse mehr Aberrationen als mittels FISH-Analyse nachweisen lassen. Darüber hinaus zeigten die Ergebnisse der Chromosomenbänderungsanalysen bei der CLL, dass das Spektrum zytogenetischer Veränderungen grösser ist, als dies durch die FISH-Methodik ersichtlich ist: Beispielsweise lässt sich bei ~15% der Patienten ein komplexer Karyotyp (≥3 klonale chromosomale Veränderungen) nachweisen. Selten zeigen sich reziproke Rearrangements mit Involvierung der Immunglobulin-Loci. Auch zur Abgrenzung gegenüber anderen reifzelligen B-Zell-Neoplasien kann die Chromosomenanalyse bei der B-CLL hilfreich sein.
