Akute myeloische Leukämie (AML) - Molekulargenetik MRD
Die Detektion minimaler Resterkrankung ist prinzipiell für alle molekularen Marker mit einer eingeschränkten Sensitivität zwischen 1:100 bis 1:1000 mit sämtlichen PCR-basierten Verfahren möglich. Hierfür kommen vor allem die konventionelle RT-PCR, die Fragment- und die WAVE-Analyse zum Einsatz.
Angestrebt wird jedoch immer eine exakte Quantifizierung und eine noch höhere Sensitivität: Dazu bedient man sich der Real-time PCR, welche eine Sensitivität von 1:10.000 bis 1:100.000 erreicht. Diese ist für zahlreiche Fusionstranskripte etabliert (in Klammern die Häufigkeit der Anwendbarkeit bei der AML): RUNX1-RUNX1T1 (=AML1-ETO; 7-10%), CBFB-MYH11 (7-10%), PML-RARA (7-10%), DEK-CAN (1%), verschiedene MLL-Translokationen (5%), MLL-PTD (6%). Eine MRD-Diagnostik anhand der Real-time PCR ist auch für die NPM1-Mutationen durchführbar. Darüber hinaus ist eine MRD-Diagnostik anhand Patienten-spezifischer Real-time-Assays auch für die FLT3-LM und seltene NPM1-Mutationstypen möglich.
Die prognostische Relevanz von MRD-Werten, welche mittels Real-time PCR zu bestimmten Zeitpunkten erreicht werden, sowie die Möglichkeit der frühzeitigen Rezidivdetektion wurden in zahlreichen Publikationen belegt.
