Akute myeloische Leukämie (AML) - Immunphänotypisierung MRD
Immunologisch bestimmte MRD-Level haben bei Patienten mit AML einen grossen Einfluss auf die Prognose. Angesichts der oftmals nur geringen Unterschiede der Immunphänotypen bei AML im Vergleich zu normalem Knochenmark beschränkten sich die ersten Arbeiten auf Fälle, bei welchen sehr aberrante leukämieassoziierte Immunphänotypen (LAIP) vorlagen. Zu diesen zählen vor allem die aberrante Koexpression lymphatischer Marker (CD19, CD7, CD56) sowie die asynchrone Expression von Progenitorzell- und Differenzierungsmarkern (z.B. CD34+CD117-CD15+). Sowohl für die MRD-Level, die nach Erreichen einer kompletten Remission bestimmt wurden, als auch für jene, die nach Durchführung einer Konsolidierungstherapie erhoben wurden, ergab sich ein deutlicher Einfluss auf das Rezidiv-freie Überleben sowie auf das Gesamtüberleben. Neuere Untersuchungen verfolgten das Ziel, die immunologischen MRD-Analysen auch auf Patienten mit weniger aberranten LAIP auszuweiten, um alle Patienten mit einer AML mit dieser Methode zu erreichen. Durch die Verwendung eines umfangreichen Panels monoklonaler Antikörper wurde dieses Ziel realisiert und - unter Berücksichtigung aller Patienten – im Mittel eine Sensitivität von 0,05% erzielt. Die in der Folge durchgeführten Untersuchungen bestätigen den prognostischen Wert der MRD-Last in der Immunphänotypisierung: Basierend auf dem MRD-Level ist bereits am Tag 16 der Induktionstherapie eine prognostische Einschätzung möglich. Auch die nach Erreichen einer kompletten Remission sowie nach Abschluss der Konsolidierungstherapie ermittelten MRD-Level hatten einen unabhängigen Einfluss auf die Prognose. Bei Patienten mit AML ist somit die multiparametrische Durchflusszytometrie in praktisch allen Fällen zur MRD-Bestimmung geeignet; für molekulare Techniken ist dies in etwa der Hälfte der Fälle möglich. Die folgende Tabelle stellt ein umfangreiches Antikörper-Panel dar, dessen Verwendung die Bestimmung eines LAIP ermöglicht.
Panel zur Detektion Leukämie-assoziierter aberranter Immunphänotypen (LAIP) bei AML
| Kombination | FITC | PE | ECD | PC5 | PC7 |
| 1 | Isotyp | Isotyp | Isotyp | Isotyp | Isotyp |
| 2 | CD64 | CD87 | CD56 | CD4 | CD45 |
| 3 | CD65 | CD2 | CD13 | CD34 | CD45 |
| 4 | CD9 | HLA-DR | CD33 | CD34 | CD45 |
| 5 | CD11b | CD116 | CD117 | CD34 | CD45 |
| 6 | CD34 | CD56 | CD33 | CD19 | CD45 |
| 7 | CD15 | CD7 | CD33 | CD34 | CD45 |
| 8 | CD36 | CD61 | CD235a | CD14 | CD45 |
| 9 | CD4 | 7.1 | CD13 | CD14 | CD45 |
| 10 | CD38 | CD135 | CD90 | CD34 | CD45 |
| 11 | CD15 | CD133 | CD117 | CD34 | CD45 |
| 12 | Isotyp | Isotyp | Isotyp | Isotyp | CD45 |
| 13 | MPO | LF | cCD33 | cCD34 | CD45 |
| 14 | TdT | cCD22 | cCD79a | cCD3 | CD45 |
c: zytoplasmatisch;
Kombinationen 12-14: zytoplasmatische Bestimmungen;
7.1: Antikörper zur Detektion des NG2-Antigens
