Akute lymphatische Leukämie (ALL) - Immunphänotypisierung MRD
Zunächst wurde der hohe prognostische Wert der immunologisch bestimmten MRD-Level nach Erreichen einer kompletten Remission bei der kindlichen ALL nachgewiesen: der Nachweis residueller Leukämiezellen ging mit einem deutlich erhöhten Rezidivrisiko einher. Dieser Einfluss besteht unabhängig von anderen Prognoseparametern. Weiterführende Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits am Tag 19 nach Start der Induktionstherapie MRD-Befunde mit prognostischer Relevanz erhoben werden können. Diese Ergebnisse wurden mittlerweile bei Erwachsenen mit ALL reproduziert. So haben Patienten mit einem niedrigen MRD-Level nach Abschluss der Induktionstherapie ein längeres rezidivfreies Überleben. Auch hier erwies sich der Einfluss des MRD-Nachweises als unabhängig von anderen Prognoseparametern.
Basis für MRD-Diagnostik im Krankheitsverlauf ist die Determinierung des leukämieassoziierten Immunphänotyps (LAIP) zum Diagnosezeitpunkt. Für die B-Vorläufer-ALL eignet sich die Koexpression der Antigene CD19 und CD10 zur Detektion der minimalen Resterkrankung; daneben kann in vielen Fällen die aberrante Koexpression myeloischer Antigene sowie die Expression von CD34 genutzt werden. Für die T-Vorläufer-ALL ist die Koexpression von cCD3 und TdT als LAIP verwendbar. Die multiparametrische Durchflusszytometrie ist bei praktisch jedem Patienten mit ALL zur Quantifizierung von MRD geeignet.
